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Opfern von Flucht und Vertreibung gedacht

Der Bund der Vertriebenen würdigte gemeinsam mit Landkreis und Stadt Sonneberg den Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung.

Seit 2001 ist der 20. Juni der Internationale Weltflüchtlingstag, ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktionstag. Nach langem Ringen wurde im Jahr 2015 in Deutschland zudem der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung ausgerufen, der gemeinsam mit dem Weltflüchtlingstag alljährlich am 20. Juni stattfindet. Der Kreisverband Sonneberg/Neuhaus des Bundes der Vertriebenen (BdV) lud aus diesem Anlass zum vierten Mal in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Stadt Sonneberg am Ehrenmal der Sonneberger Stadtkirche zu einer Gedenkveranstaltung ein.

 

Der BdV-Kreisvorsitzende Günter Zimny konnte rund 40 Mitglieder des Kreisverbands sowie zahlreiche Ehrengäste begrüßen – darunter die Landtagsabgeordneten Beate Meißner und Henry Worm, Landrat Hans-Peter Schmitz, den stellvertretenden Landrat Jürgen Köpper, Steinachs Bürgermeister Ulrich Kurtz, den stellvertretenden Sonneberger Bürgermeister Christian Dressel sowie aus dem Kreistag Sonneberg Christian Tanzmeier, Isolde Baum und Michael Stammberger.

 

Mit der Gedenkveranstaltung will man gemeinsam an das millionenfache Schicksal erinnern, das die Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten im Zuge des von Hitlerdeutschland entfachten Zweiten Weltkriegs erleiden mussten. „Sie haben einen großen Tribut zahlen müssen, den der von deutschem Boden ausgehende Zweite Weltkrieg einforderte. Mehr als 14 Millionen Deutsche waren es, die ihre Heimat verlassen und den größten Teil ihres Eigentums zurücklassen mussten. Etwa vier Millionen kamen in die Sowjetische Besatzungszone und rund 700.000 von ihnen kamen nach Thüringen. Das größte Quarantänelager unserer Region mit einer Aufnahmekapazität von 1.800 Umsiedlern befand sich in Sonneberg im einstigen Bekleidungsamt der Luftwaffe. In den Städten und Dörfern, wo sie nach langer Suche schließlich eine neue Bleibe fanden, mussten sie sich eine neue Existenz aufbauen. Unsere Mitmenschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten haben großes Leid erfahren, das auch 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs nicht in Vergessenheit geraten darf“, machte Landrat Hans-Peter Schmitz in seinem Grußwort deutlich.

 

Hieran erinnerte auch die Landtagsabgeordnete Beate Meißner in ihrer Grußbotschaft. Und wie zuvor der Landrat, dankte auch sie den Mitgliedern des BdV-Kreisverbandes für ihre ehrenamtliche Arbeit `wider das Vergessen` und erinnerte insbesondere an das aufklärerische Wirken an den Schulen.

 

Im Anschluss berichtete das langjährige BdV-Mitglied Lutz Fritsche mit emotionalen Worten über das Schicksal seiner Familie. Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland im heutigen Tschechien fanden sie in zunächst in Haselbach und später in Steinach ein neues Zuhause. Unter musikalischer Begleitung durch die Kreismusikschule folgte eine Kranzniederlegung am Ehrenmal.