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Ministerpräsident begutachtete zwei Zukunftsprojekte der Region

Im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour besuchte Ministerpräsident Bodo Ramelow am 8. Juli 2019 den Landkreis Sonneberg. Unter dem Motto „#ZukunftThüringen: Kluge Köpfe – Innovative Prozesse“ galt sein Interesse innovativen Unternehmen und Projekten. Auf Vorschlag von Landrat Hans-Peter Schmitz besichtigte man die Kläranlage des Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverbandes Sonneberg in Heubisch im Hinblick auf die dortige Wasserstofferzeugung und die Vitrulan Technical Technical Textiles GmbH in Haselbach.

Die Region Sonneberg ist ein Vorreiter beim Zukunftsthema Wasserstofftechnologie. Dies wurde unter anderem auch beim Tag der Franken öffentlichkeitswirksam präsentiert und nunmehr auch dem Ministerpräsidenten nahe gebracht. Vor Ort wird das Wasserstoffforschungsprojekt „LocalHy“ vom Bund gefördert. Im März wurde zudem das Verbundforschungsprojekt „H2Well“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bestätigt. Damit sollen in den nächsten fünf Jahren weitere Wasserstoffanwendungen in der Region umgesetzt werden. Ferner soll mit dem örtlichen Förderverein „HySON“ die Gründung eines Forschungsinstitutes in Sonneberg vorangetrieben werden.

 

Bei dem Projekt „LocalHy“ wird gleichzeitig Wasserstoff und Sauerstoff mit einem innovativen Druckelektrolyseur mit 100bar Druck erzeugt. Erfolgt die Herstellung mittels regenerativen Energien aus Wind und Sonne, entsteht sogenannter Grüner Wasserstoff. Damit kann die regenerative Energie gespeichert werden. Mit dem Grünen Wasserstoff entsteht ein klimafreundlicher Energieträger, der für die Vertankung von aktuell vier Brennstoffzellenfahrzeugen genutzt wird oder – wie auch auf der Kläranlage in Heubisch zu besichtigen – mittels eines vollkommen emissionsfreien Verbrennungsmotors zurückverstromt werden kann.

 

Die Kernkomponente dieses Forschungsnetzwerkes ist der Elektrolyseur, der vom Unternehmen AVX/Kumatec Hydrogen aus Neuhaus-Schierschnitz entwickelt wurde. Die Wasserwerke Sonneberg nutzen den produzierten Sauerstoff zum Betreiben einer Versuchskläranlage. Hier soll untersucht werden, inwieweit durch Sauerstoffnutzung der Energiebedarf einer Kläranlage reduziert bzw. dessen Reinigungsleistung erhöht werden kann. Die Kläranlage ist gleichzeitig auch Infrastrukturspender für die übrigen Komponenten. Die Wasserstofftankstelle auf dem Gelände der Kläranlage wurde von der nordhessischen Firma sera compress und der Wasserstoffkreislaufmotor von der Firma WTZ aus Dessau-Roßlau entwickelt. Diese innovative Methode der Energiespeicherung auf lokaler und dezentraler Ebene stellt einen vielversprechenden Lösungsansatz für einen wirtschaftlichen wie ökologischen Wandel dar. So ist im Rahmen dieses Forschungsprojektes ein Power-to-Gas System umgesetzt worden, welches lastabhängig erneuerbare Energien nutzt, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten. Das sei ein wichtiger Impuls aus dem Landkreis Sonneberg, lobte der Ministerpräsident.

 

Als weitere Gäste konnten die Landtagsabgeordnete Beate Meißner sowie die Bürgermeister Dr. Heiko Voigt (Sonneberg, HySON), Ulrich Kurtz (Steinach, Verbandsvorsitzender des WAZ) und Andreas Meusel (Föritztal) begrüßt werden.

 

Ideenreich ging es weiter bei der zweiten und letzten Station im Landkreis Sonneberg. Bei der Vitrulan Technical Textiles GmbH in Haselbach werden gewebte Textilfasern aus Glas hergestellt, hauptsächlich für reißfestes Trägergewebe für vielfältige Anwendungsbereiche in Baugewerbe und Industrie. Neue Einsatzgebiete sind Funktionstapeten aus Glasfaser, mit denen man unter anderem durch Infrarot-Strahlung Heizen kann.

 

Vitrulan steht für weltweite Ideen aus Textilglas und zählt zu den „Hidden Champions“ der starken Industrieregion des Landkreises Sonneberg. Das Unternehmen ist Marktführer in Deutschland und Europa. Forschung und Entwicklung über Jahrzehnte hinaus haben Vitrulan zu einem der namhaftesten Lösungsanbieter für technische Textile wachsen lassen. Vitrulan kann als Glasfaserspezialist auf eine lange Historie zurückblicken und wurde unter anderem bereits durch die Industrie- und Handelskammer Südthüringen mit dem Preis „Mittelstand und Thüringen“ (MuT) im Jahr 2012 gewürdigt.