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Ausstellung „Angekommen“ im Landratsamt eröffnet

Bis 5. Juli thematisiert die Schau die enorme Aufbau- und Integrationsleistung der deutschen Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Aus Anlass des baldigen Internationalen Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung –alljährlich am 20. Juni – wurde im Landratsamt Sonneberg am 5. Juni die Wanderausstellung „Angekommen“ eröffnet. Anschaulich vermittelt sie die Integration der deutschen Heimatvertriebenen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Ausstellung wird vom Bund der Vertriebenen (BdV), Kreisverband Sonneberg/Neuhaus in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Sonneberg gezeigt.

 

Die Flucht und Vertreibung von 12 bis 15 Millionen Deutschen bis weit nach Ende des Zweiten Weltkriegs war die größte Zwangsmigration in der europäischen Geschichte. Die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen war rückblickend ein Erfolg, der zu den größten Leistungen Deutschlands nach 1945 zählt. Der Weg dahin war jedoch von einer Vielzahl menschlicher Härten, von Leid der Betroffenen und Spannungen zwischen Alteingesessenen und Neuankömmlingen geprägt. Lange war unklar, ob die Entwicklung positiv sein würde. Fehlender Wohnraum, Mangelernährung, soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung begleiteten den Weg zum Miteinander in Deutschland. Der Wille der Vertriebenen, das Land aus den Trümmern des Krieges mit aufzubauen und für ein Europa in Frieden zu arbeiten, war ein wesentlicher Teil des Erfolges.

 

Die Ausstellung zeigt den Weg von der Ankunft über die ersten Jahre bis hin zur Gegenwart. Die Veränderungen der gesamten deutschen Gesellschaft durch Flüchtlinge und Vertriebene in sozialen, konfessionellen und politischen Belangen werden ebenso präsentiert wie die Rahmenbedingungen, die dafür erkämpft wurden, seien es Rechtsstatus, Städtebau, Gedenkkultur oder die Pflege der eigenen kulturellen Wurzeln.

 

„Von den vielen Millionen Flüchtlingen der damaligen Zeit haben rund 8.000 im Landkreis Sonneberg ein neues Zuhause gefunden. Beim Wiederaufbau Deutschlands und beim Neuaufbau ihrer eigenen Existenz in den neuen Heimatorten haben die deutschen Heimatvertriebenen enormen Entbehrungen und Leistungen erbracht, die in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft kaum vorstellbar sind. Auch gibt es immer weniger Zeitzeugen, die hiervon aus erster Hand berichten können. Umso wichtiger ist es, dass wir im Heute wie im Morgen an das erlittene Schicksal unserer Flüchtlinge als Folge des von Nazi-Deutschlands begonnenen Zweiten Weltkriegs erinnern. Denn nur wer erinnert, verhindert das Vergessen. Und nur wer nicht vergisst kann verhindern, dass sich Geschichte wiederholt“, erklärte der erste Beigeordnete Jürgen Köpper in seinem Eröffnungsgrußwort, das er in Vertretung des Landrates hielt.

 

Ehrengast und Festredner der Ausstellungseröffnung war der Landesvorsitzende des BdV Thüringen, Egon Primas, der auch Mitglied des Thüringer Landtages ist. Er betonte in seiner Festrede, dass die deutschen Heimatvertriebenen trotz ihres Schicksals bis heute keine Rachegelüste hegten. Vielmehr setzen sie sich seit Jahrzehnten für Frieden und Versöhnung in Europa ein.

 

Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung durch den Pianisten Philipp Dietrich von der Musikschule des Landkreises Sonneberg. Zur Veranstaltung konnten rund 80 Gäste begrüßt werden, darunter Superintendent Thomas Rau, Sparkassenvorstand Mike Stieler sowie die Bürgermeister Dr. Heiko Voigt (Sonneberg), Andreas Meusel (Föritztal) und Ulrich Kurtz (Steinach). Finanziell unterstützt wurde die hiesige Schau vom Landkreis über Mittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“.

 

Am Internationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, dem 20. Juni, lädt der Kreisverband der Heimatvertriebenen zudem gemeinsam mit Landkreis und Stadt Sonneberg um 14 Uhr zu seiner traditionellen Gedenkveranstaltung am Ehrenmal nahe der Sonneberger Stadtkirche ein.

 

Die Ausstellung „Angekommen“ ist im Landratsamt (Foyer fünftes und viertes Obergeschoss) bis zum 5. Juli 2019 während der behördlichen Öffnungszeiten für alle Interessierten zugänglich.

 

Der Kreisverband des BdV freut sich über alle Gäste, die dieses Angebot annehmen. Insbesondere gilt dies für die jüngere Generation. So können sich gerne Schulen an die BdV-Geschäftsstelle wenden, falls Führungen durch die Ausstellung von Zeitzeugen gewünscht werden. Der Kreisverband ist immer donnerstags am Vormittag im Landratsamt Sonneberg persönlich (Zimmer 534) oder telefonisch (03675/871-394) erreichbar.

 

Mehr unter www.ausstellung-angekommen.de.