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Historisches


Die wirtschaftliche Entwicklung der Region Sonneberg hat eine lange Tradition. Sonneberg ist von je her ein Handels- und Industriezentrum gewesen. Durch den Landkreis verlief einst die „Alte Heer- und Handelsstraße“ von Nürnberg nach Leipzig, die noch heute als Lehrpfad und Wanderweg ausgeschildert ist. Ausgangspunkt der wirtschaftlichen Entwicklung war die vielseitige Nutzung von Gesteinsvorkommen wie die silurischen Eisensteinlager bei Mengersgereuth-Hämmern und Steinach, die bereits im Mittelalter zu einer beachtlichen Eisenerzeugung führten. Viele Ortsnamen erinnern noch heute daran, wie z. B. der Name Hüttensteinach, der erstmals 1304 erwähnt wurde.

Andere Vorkommen, wie der Quarzsand, waren die Grundlage der sich am Ende des 16. Jahrhunderts entwickelnden Glasindustrie, die sich bis heute erhalten hat und in der Glasbläserstadt Lauscha in Schauwerkstätten und bei Betriebsbesichtigungen von jedermann bewundert werden kann. Lauscha ist die Wiege des gläsernen Christbaumschmuckes. Heute ist die Glasindustrie der größte Arbeitgeber im Landkreis Sonneberg.

Zwei weitere Vorkommen eines für die Porzellanindustrie vorzüglich geeigneten Sandes bei Steinheid und Neuhaus-Schierschnitz führten ab 1871 zur Entwicklung einer groß angelegten Porzellanindustrie. Es wurden Geschirr, Zierporzellan und feine Porenporzellanpuppenköpfe hergestellt. Die Porzellanfabrik Armand Marsaille war 1886 der erste Porzellanpuppenkopfhersteller in Deutschland. Später stellte man auch technische Porzellane für die Energieversorgung her. Übrig geblieben sind die Herstellung von technischer Hochspannungskeramik durch die EKS Sonneberg und die Herstellung von Zündkerzen aller Art durch Beru.

Der außerordentliche Waldreichtum der Region gab auch vielen Handwerken Arbeit und ließ jene Beschäftigung erblühen, die die Stadt Sonneberg weltberühmt gemacht hat, die Spielzeugherstellung. Begonnen hat alles im 17. Jahrhundert mit der Herstellung von Holzspielzeug, gedrehten und geschnitzten Tieren und Puppen. Später führte die Entwicklung von Pappmaché und der Einsatz einheimischer Rohstoffe und Produkte zu einer Erhöhung der Mannigfaltigkeit der in Sonneberg hergestellten Spielwaren. Auf Grund seiner führenden Rolle in der Spielzeugherstellung und der in alle Welt reichenden Exportbeziehungen erhielt die Stadt Sonneberg den ehrenden Namen „Weltspielwarenstadt“. Noch heute lassen Spielwaren aus diesem traditionsreichen Standort die Herzen vieler Kinder höher schlagen. Im Deutschen Spielzeugmuseum sind repräsentative Zeugnisse von den Anfängen bis zu Gegenwart zu bewundern. Beim internationalen Puppenfestival, das zeitgleich in Sonneberg und Neustadt bei Coburg stattfindet, treffen sich alljährlich begeisterte Kinder, Eltern und Sammler.

Der gesamte Landkreis Sonneberg hat sich nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten gut entwickelt. Viele gut ausgebildete Handwerker nutzten die Gelegenheit, sich selbständig zu machen. Andere fanden schnell neue Arbeit vor Ort oder im oberfränkischen Raum. Durch die vor der Wende vorhandene Vielfalt in der Wirtschaftsstruktur standen viele gut ausgebildete Facharbeiter in allen möglichen Wirtschaftszweigen zur Verfügung. So kamen renommierte Firmen wie Mann & Hummel, Beru oder Dr. Schneider in den Landkreis und bauten auf dieses Potential auf. Durch eine gezielte Wirtschaftsförderung und die unbürokratische Unterstützung vor Ort konnte den einheimischen Betrieben geholfen und viele neue Betriebe angesiedelt werden. Hierfür zeichneten sich bis Mitte 2004 die Landkreis-eigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft ABS-WIFÖG mbH und die Entwicklungsgesellschaft Südwest-Thüringen (ESW) verantwortlich.

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