Sie sind hier: Startseite Landkreis Aus der Geschichte

Aus der Geschichte


Ausgrabungen und Bodenfunde bezeugen frühe Niederlassungen der Kelten im westlichen Teil des heutigen Landkreises Sonneberg. Im 8. und 9. Jahrhundert setzte dann eine kontinuierliche Besiedelung durch fränkische Kolonisten ein, die in den Flusstälern und Bachläufen Wald rodeten und im Zuge der Christianisierung kleine Kapellen errichteten.

Die Hauptsiedlungsperiode war das 13. und 14. Jahrhundert, in der die Städte Sonneberg und Schalkau gegründet wurden und die Bevölkerung vordergründig von der Holzfällerei sowie der Holzkohlenherstellung für die Eisen-, Kupfer- und Glasschmelze lebte. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts bildete die bergmännische Tätigkeit der Schiefer-, Wetzstein-, Erz- und Goldgewinnung eine tragende Rolle.

Von großer Bedeutung für die Entwicklung der Region waren die durch das Gebiet führenden Fernhandelsstraßen. Die mittelalterlichen Metropolen Nürnberg und Erfurt verband die „Hohe Straße“, von Nürnberg aus gelangte man über eine Heer- und Handelsstraße nach Leipzig, die über den Sattelpass bei Neuenbau führte. Insbesondere entlang dieser Verkehrsachsen sowie in den Tälern und Flussauen entwickelten sich Handwerk und Gewerbe. Steinheid wurde zur Goldgräberstadt, in Lauscha entstand die erste Glashütte der Region und in Steinach, Mengersgereuth-Hämmern und Blechhammer florierte die Eisenindustrie.

Mit der Entdeckung des Thüringer Porzellans um 1760 bildete sich zudem ein neuer, charakteristischer Industriezweig. Ebenso erwarben sich Schiefergriffel aus Steinach und Christbaumschmuck aus dem Oberen Waldgebiet einen weit bekannten Ruf.

Doch wohl kein Erzeugnis prägte die Region um Sonneberg mehr als das Spielzeug. Egal ob Puppen, Plüschtiere, Holzspielwaren, Kunsthandwerk oder Modellbau - die Mannigfaltigkeit hergestellter Spielwaren kannte aufgrund der hohen Verfügbarkeit einheimischer Rohstoffe und vielen, findigen Arbeitern keine Grenzen. Die sich rasch entwickelnde Industrie zog das Interesse namhafter Kaufleute auf sich, die das Spielzeug des Sonneberger Landes in die Welt hinaus trugen.

Mit dem Bau der Bahnstrecken von Eisfeld über Sonneberg und Coburg nach Lauscha-Ernsthal sowie der Linie von Sonneberg über Neuhaus-Schierschnitz und Stockheim nach Fürth wurde die Industrialisierung der Region weiter voran getrieben. Von den größeren Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg verschont, blieben wertvolle Zeugnisse der Geschichte des Landkreises Sonneberg erhalten, allen voran das heute denkmalgeschützte Ensemble „Untere Stadt“ in Sonneberg.

Der Landkreis selbst bestand in der jetzigen Größe seit 1868 als Teil von Sachsen-Meiningen. Die Neugliederung der thüringischen Landkreise am 1. Oktober 1922 führte zur Eingemeindung der ehemals zum Kreis Saalfeld gehörigen Gemeinde Hohenofen nach Haselbach und damit zu deren Eingliederung in den Landkreis Sonneberg. Am 1. April 1923 wurden weiterhin die Ortschaften Neuhaus und Schmalenbuche mit dem benachbarten Igelshieb zu Neuhaus am Rennweg-Igelshieb (ab 1933 Stadt Neuhaus am Rennweg) vereinigt und ebenfalls dem Landkreis Sonneberg angegliedert. Weitere Veränderungen brachte die neue Kreisgebietsreform Thüringens vom 1. Juli 1950, indem die bislang zum Landkreis Saalfeld gehörenden Ortschaften Hasenthal und Spechtsbrunn dem Landkreis Sonneberg angegliedert wurden. Mit Bildung des Bezirks Suhl entstand am 25. Juli 1952 ein Kreis Neuhaus am Rennweg, der aus Teilen der Kreise Sonneberg, Saalfeld und Rudolstadt gebildet wurde. Vom Landkreis Sonneberg wurden Spechtsbrunn, Lauscha, Ernstthal, Neuhaus am Rennweg, Steinheid und Siegmundsburg dem neuen Kreis zugewiesen. Mit der Deutschen Wiedervereinigung rückte der Landkreis Sonneberg vom Schattendasein in der unmittelbaren Nähe des Eisernen Vorhanges zurück in die Mitte Europas. Damit einhergehend wurde der Bezirk Suhl in Landkreise aufgeteilt - unter anderem in die Landkreise Sonneberg und Neuhaus am Rennweg. Nach der Kreisgebietsreform in Thüringen (1994) wurden die Landkreise Sonneberg und Neuhaus am Rennweg schließlich aufgelöst und ein neuer Landkreis Sonneberg gebildet, der damit seine ehemals alte Größe zurückerhielt.

Am 2. April 2014 wurde der Landkreis Sonneberg als erster Landkreis außerhalb Bayerns in die Europäische Metropolregion Nürnberg aufgenommen.

Grußwort der Landrätin
Wunschkennzeichen
Veranstaltungskalender
Abfallwirtschaft
Zentrale Vergabestelle
Stellenangebote
Praktikumsleitfaden