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Der Heimattag

 

Der 8. Heimattag des Landkreises Sonneberg fand unter dem Leitthema „150 Jahre Landkreis Sonneberg“ am 24. März in der Aula des Staatlichen Gymnasiums „Hermann Pistor“ Sonneberg und damit in der Kreisstadt Sonneberg statt. Bei zwei Vorträgen am Vormittag wurde reichlich Wissenswertes und Denkwürdiges zum Kreisjubiläum vermittelt. Während Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein zunächst im Detail auf die Kreishistorie einging, setzte Alexander Wolz vom Staatsarchiv Coburg mit seinem Vortrag „Die kommunale Gebietsreform in Ober- und Unterfranken“ einen weiteren, bereichernden Schwerpunkt.

 

Gebietsreformdebatte war Thema

„Kreise sind eben doch mehr als reine Verwaltungseinheiten“, argumentierte zum Heimattag am 24. März Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein. Während der Veranstaltung, die auch dieses Jahr gemeinsam mit dem Landkreis und unterstützt von Sparkasse wieder Akteure der Heimatpflege sowie Vertreter aus der Kommunalpolitik zusammenbrachte, wurden unterschiedliche Aspekte von Kreisgeschichte und Verwaltungsreformen beleuchtet. Das große Engagement der Mitglieder von Vereinen der Heimatpflege betonte zu Beginn Landkreis-Beigeordneter Hans-Peter Schmitz, der die Landrätin vertrat. Daran, dass die „runde Zahl“ aus Sicht der Spielzeugstadt noch eine ganz andere Bedeutung hat, wollte Stadt-Beigeordneter Christian Dressel erinnert haben: „Die Konstante ist, dass Sonneberg 150 Jahre schon Kreissitz ist.“ Dies sei keine Selbstverständlichkeit, denn eine geplante und letztlich „abgeblasene“ Gebietsreform habe dies infrage gestellt. Anders kam es auch, so Dressel, weil sich viele Menschen hinter „ihren“ Landkreis gestellt hätten, wie die Demonstrationen im vergangenen Jahr ebenfalls gezeigt hätten.

 

Identität und kommunale Selbstverwaltung

Bilder von Demonstrationen für den Erhalt des Landkreises – aus den Jahren 1993 und 2017 – waren auch im Vortrag von Kreisheimatpfleger Schwämmlein zu sehen. Indessen zog er noch einen etwas weiteren Kreis um die 150 Jahre und verlängerte diese auch etwas weiter in die Vergangenheit. Zu den 150 Jahren Verwaltungsgeschichte wollte er nämlich auch – mindestens – eine ebenso lange Entwicklung kommunaler Selbstverwaltung gerechnet haben. „Der Landkreis ist eben nicht nur Verwaltung, sondern hat auch einen eigenen Wirkungskreis, der sehr oft, auch von den Historikern, vergessen wird“, betonte Schwämmlein.

 

Als 1868 Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen in seinem Land Kreise nach dem Vorbild des Königsreichs Preußen und des Großherzogtums Baden einführte, gab es neben der staatlichen Behörde auch einen Kommunalverband, der seine Belange selbst regelte. Zwar saß dem demokratischen Gremium – lange Zeit Kreisausschuss genannt – der Herzogliche Landrat vor, aber was in Sachen Krankenhaus und Armenhaus zu tun war, regelten die Kommunen unter sich. Überhaupt, so der Heimatpfleger, habe dies ältere Wurzeln. Gerade das Krankenhaus hatte einen Vorgänger, das Siechenhaus bei Judenbach, dessen Geschicke die Stadt Sonneberg und die Dörfer des Gerichtes regelten. „Kommunalismus“ habe dies der Historiker Peter Blickle (1938-2017) genannt und darin auch die Wurzeln kommunaler Demokratie entdeckt. Jedenfalls habe es eben jenseits absolutistisch waltender Verwaltungen auch so etwas wie Selbstverwaltung auf regionaler Ebene gegeben. Dies mache verständlich, warum regionale Identität auch auf einen Landkreis bezogen werden könne, meinte Schwämmlein.

 

Ähnliche Befunde stellte der promovierte Historiker Alexander Wolz, Direktor des Staatsarchivs Coburg, vor, der die kommunale Gebietsreform in Ober- und Unterfranken beleuchtet. Auch dort gab es in den 1970er Jahren erheblichen Widerstand gegen Gebietsreformpläne und manches Reformprojekt musste mangels Akzeptanz wieder beerdigt werden. 

 

Am Nachmittag schloss sich ein Teil der Gäste einer Bustour der OVG zu ehemaligen Verwaltungssitzen an. Abschluss des Heimattages war dann ein Rundgang durch die Räume des Landratsamtes, wo der Heimatpfleger die wichtigsten Kunstwerke, von denen es einige ins Lexikon geschafft haben, vorstellte.

 

Nachfolgend einige Impressionen:

 

Eroeffnung 1 B

 Eröffnung durch Vize-Landrat Hans-Peter Schmitz

 

 Vortrag TS

 Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein vermittelte anschaulich die Kreis-Historie.

 

Vortrag AW

 Der Vortrag von Alexander Wolz bot Parallelen zu Gebietsreformen in Bayern und Thüringen.

 

Exk a

 Die Exkursion führte zunächst zum ersten Landratsamt in der Sonneberger Altstadt.

 

Exk b

 Im heutigen Landratsamt informierte Thomas Schwämmlein zu den hier ausgestellten Kunstgegenständen.

 

Exk c

 

Exk d

 

Exk e
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